Mittwoch, 30. Dezember 2009

Filmmusik 2009


Wie immer, wenn ein Jahr seinem Ende entgegen geht, bietet sich Raum für allerlei Rückblicke und Betrachtungen zu dem, was nun allmählich schon wieder der Vergangenheit angehört. Traditionell findet auch auf dieser Seite stets ein solcher Rückblick statt, und zwar auf filmmusikalischer Ebene. Welches waren die besten (orchestralen) Soundtracks des Jahres 2009? Welche Musik hat auf ganzer Linie enttäuscht? Welcher alte Score wurde neuveröffentlicht und hat dadurch die Ohren seiner Liebhaber erwärmt und die Herzen erfreut?
All diese Fragen sollen in der untenstehenden kleinen Auflistung beantwortet werden. Musik nach objektiven Kriterien zu beurteilen ist keine leichte Aufgabe; in dieser Zusammenstellung habe ich aber versucht, beide Seiten der Medaille zu betrachten: subjektives Hörvergnügen und objektive kompositorische Feinarbeit.

Noch viel schwieriger als in den vergangenen Jahren war die Zusammenstellung der besten 10 Filmmusiken 2009. Der Trend geht ja schon seit längerer Zeit in die Richtung, dass das Mittelmaß überwiegt und echte Highlights zunehmend Mangelware werden. Vor einigen Jahren hätten es 50% der unten aufgelisteten Scores niemals in diese Liste geschafft, zu stark war der Konkurrenzdruck, zu viele herausragende Komponisten (Goldsmith, Williams, Poledouris) hätten ihnen die Plätze streitig gemacht.


Top 10 Scores 2009

- Marco Beltrami: In the Electric Mist
- James Horner: Avatar
- John Ottman: Astro Boy
- Alan Silvestri: A Christmas Carol
- Hans Zimmer: Angels & Demons
- Michael Giacchino: Up
- Christopher Young: Drag me to Hell
- Harald Kloser & Thomas Wander: 2012
- Alexandre Desplat: Largo Winch
- Mark Motherbaugh: Cloudy with a Chance of Meatballs


Die Liste der Enttäuschungen ließe sich beliebig erweitern angesichts der vielen leblos und uninspiriert daherkomponierten Veröffentlichungen.

Top 5 Score-Enttäuschungen 2009

- Steven Jablonsky: Transformers 2
- Harry Gregson-Williams: X-Men Origins Wolverine
- Nicholas Hooper: Harry Potter and the Half-blood Prince
- Michael Giacchino: Star Trek
- Alan Silvestri: G.I. Joe

Letztlich waren es wieder viele Neuerscheinungen von Filmmusiken aus den 60er, 70er und 80er Jahren, die das Jahr 2009 irgendwie doch noch “gerettet” haben. Insofern kann man auch für 2010 auf weitere Raritäten hoffen.

Top 5 Classic-Neuerscheinungen

- Jerry Goldsmith: Innerspace
- Angela Morley: Captain Nemo and the Underwater City
- Jerry Goldsmith: One little Indian
- Alan Silvestri: Back to the Future
- Ennio Morricone: La Musica nel Cinema di Sergio Leone


Für 2010 ruhen große Hoffnungen auf dem letzten Harry-Potter-Streifen, der dann endlich auch wieder von Altmeister John Williams vertont wird. Des Weiteren darf man sich mit Sicherheit auch auf „The Hobbit“ von Howard Shore freuen, der ja bereits für die drei Teile von „Herr der Ringe“ phantastisches geleistet hat.

Montag, 28. Dezember 2009

MacGyvers Traum

Das unten abgebildete Taschenmesser (Marke: Wengen) findet sich im Sortiment von Amazon und wird mit folgenden Worten beschrieben:

Der Klassiker. Das legendäre Schweizer Offiziersmesser für Sammler. Als weltweit gültiges Symbol für genialen Erfindergeist hat sich das echte Schweizer Messer als -kleinste Werkzeugtasche der Welt- und unerlässlicher Helfer in allen Lebenslagen durchgesetzt. Ob für Biker, Angler, Golfer, Pfadfinder oder Wanderer. Das Sammlermesser „Giant“ verfügt über 87 Werkzeuge mit 141 Funktionen.


So weit, so unspektakulär… könnte man denken. Interessanter wird es jedoch, wenn in den Kundenrezensionen auch jene Funktionen beschrieben werden, von denen der Hersteller wahrscheinlich gar keine Kenntnis besitzt.

Top-Gerät mit kleinen Schwächen


Wirklich ein fantastisches und handliches Allzweckgerät. Was mich nur ein bisschen stört, ist die Tatsache, daß grundlegende Alltagsfunktionen doch teilweise etwas schwer zu erreichen, bzw. zu bedienen sind. So ist z.B. der integrierte Teilchenbeschleuniger nur dann korrekt in Betrieb zu nehmen, wenn die Nagelfeile und der Korkenzieher in einem Winkel von exakt 107,2 Grad ausgeklappt sind.


Nervig ist auch das unangenehme Summen, das der Schutzschild-Generator von sich gibt, wenn der Schild von Luft-Boden-Raketen getroffen wird. Außerdem ist die Notfall-Rettungskapsel mit einer Kapazität von 6 Personen eindeutig unterdimensioniert und kann nur dann abgesprengt werden, wenn das Messer sich in waagerechter Lage befindet. Hier sollte der Hersteller eindeutig nachbessern. Wer aber mit diesen kleinen Einschränkungen leben kann, der bekommt ein Multitool an die Hand, welches man schon nach kurzer Zeit im Alltagsgebrauch nicht mehr missen möchte. Mein persönlicher Favorit ist jedenfalls neben der sauber integrierten Schlafcouch ganz eindeutig die Antigrav-Funktion, mit der sich Lasten bis 300 Tonnen in einem Meter Höhe frei schwebend spielend leicht transportieren lassen, eine unerlässliche Funktion für jeden Familieneinkauf.



Gut, aber wichtige Tools fehlen


Zwar bin ich insgesamt zufrieden mit diesem Multitool, aber leider treten doch immer wieder Situationen auf, in denen grundlegende Tools fehlen:


1. Ein Notstromaggregat: Unterwasserschlagbohrer und Lenkraketenziellaser sind zwar in der Theorie äußerst nützlich (und in der Benutzung gewohnt anwenderfreundlich), in der Praxis hat man aber oft keine Steckdose griffbereit. Wie viel mehr Aufwand hätte es da schon bedeutet, ein kleines Stromaggregat zu integrieren? (Natürlich für den Einsatz unter Wasser geeignet, sonst steht man mit dem Schlagbohrer schon wieder dumm da...)


2. Ein Fluxkonverter: Braucht man ständig, NIE hat man einen dabei. Auch hier wieder nicht. Warum sträubt sich die Industrie dermaßen dagegen?


3. Eine Repetierarmbrust: Ich verstehe diese Fixierung der Firma Wenger auf Nahkampfwaffen nicht. Da integriert man sowohl Degen als Langschwert, die kaum jemand vernünftig zu handhaben weiß, und bietet keine einzige jagdgeeignete Fernkampfwaffe? Schade!


4. Besser aufgeteilten Stauraum: Dass man bis zu 6 Kästen Bier in den ausklappbaren Stauraum bekommt, ist zwar eine feine Sache, aber was ist mit Anzugträgern? Hier wurde eine tolle Möglichkeit verpasst, eine kleine Gaderobe zu integrieren, die ein knitterfreies Aufhängen von Anzügen ermöglicht.


Allerdings muss ich sagen, dass das von anderer Seite erwähnte Summen des Schutzschildgenerators bei mir nicht auftritt. Das Handbuch gibt zu bedenken, dass Sie nie gleichzeitig einen Fluxkonverter in der Nähe in Betrieb haben sollten. Vielleicht war das das Problem?


Lobend erwähnt seien am Ende noch die ausklappbare Encyclopaedia Britannica und der reversible Quantennecator, mit dem es schon mehrfach gelungen ist, Nachbars Katze zu töten...



Beschwerde


Als ich mir damit die Nasenhaare trimmen wollte, gab’s einen Kurzschluss zwischen dem integrierten Flux-Kompensator und der eingebauten Urananreicherungsanlage. Seither hängt mein linkes Nasenloch im Jahr 1808 fest. DANKE WENGER!



Ich schreibe diese Rezession für meinen Nachbarn. Der kann es nämlich nicht mehr!


In der Anleitung wird auf den Gebrauch von 5 Klingen gleichzeitig NICHT eingegangen. So etwas nenne ich grob fahrlässig. Bei dem Versuch meines Nachbarn, 5 Bleistifte mit 5 Klingen gleichzeitig anzuspitzen, hat er sich alle 5 Finger der linken Hand abgeschnitten.


Bei dem Versuch mit der verbliebenen rechten Hand den Notfall Verbandkasten auszuklappen, klappten die offenen 5 Klingen mangels Sicherung ein und trennten ihn die rechte Hand direkt unterhalb des Gelenks ab.



Mangels Händen oder Fingern versuchte er dann mit dem Mund die Notfall Pfeife aus dem Fach zu ziehen. Dieses gelang ihm leider nicht, da er bei dem Versuch seine Zunge verlor. Er erwischte durch seine eingeschränkte Motorik die grobe Säge anstatt der Pfeife. Er verstarb wenig später an dem Blutverlust.



Trotzdem bekommt dieses universelle Werkzeug volle 5 Punkte von mir. ICH MOCHTE MEINEN NACHBARN NICHT!!! Danke Herr Wengen.


Ein zufriedener Nachbar




Zumindest dieser Kunde ist überaus zufrieden:


Dienstag, 22. Dezember 2009

Männersorgen


Kürzlich in einem Forum für entsprechende Probleme entdeckt:

Ich habe ein großes Problem und brauche dringend Euren Rat!! Meine Frau benimmt sich seit einer Weile schon ziemlich merkwürdig. Immer, wenn sie einen Anruf kriegt in meiner Gegenwart, wird sie auf einmal leise und fängt an zu nuscheln. Wenn sie SMS bekommt, löscht sie die sofort und lesen darf ich schon gar nicht. Wenn sie in die Stadt geht, kommt sie ziemlich spät zurück und ist angeblich mit irgendwelchen Freundinnen weg, die ich noch nicht kenne. Und immer wenn sie wegfährt, nimmt sie nicht ihren Wagen, sondern angeblich „ein Taxi“. Dann hab ich einmal, als sie zurückkam, abends zufällig gesehen, dass das Taxi sie nicht vor die Tür bringt, sondern ans Ende der Straße. Und ehrlich gesagt konnte ich da nicht mal genau erkennen, ob es ein Taxi war, ich vermute halt, dass jemand anderes sie da fährt. Dann hatte ich eine Idee sozusagen, ich habe mein Auto einfach an die Ecke geparkt, wo ihr „Taxi“ sie immer ablieferte. Wollte mich erstmal reinsetzen oder verstecken oder so, aber dann hätte sie mich viel zu leicht gesehen.
So, dann eines Abends, als ich hinterm Auto hockte und gewartet habe, dass sie zurückkommt, ist mir aufgefallen, dass hinten rechts am Kotflügel Rost ansetzt. Jetzt meine Frage an euch:

Sollte ich den kompletten Kotflügel auswechseln oder die Stelle einfach glatt schmirgeln und überlackieren?

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Lustiges zur Wochenmitte


Volkskrankheit Depression:



Spitzname Der Daumen:


Wo sitzt der Amerikaner?


Wieso Schlesien fordern, wenn man Neapel haben kann:


And it burns burns burns...


Freitag, 11. Dezember 2009

Studenten und Studierende


Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst der politisch hyperkorrekten Ausdrucksweise. Dass „Ausländer“ heutzutage nur noch als „Migranten“ (oder, in der allerkorrektesten Form: „Menschen mit Migrationshintergrund“) oder Behinderte nur noch als „Menschen mit Behinderung“ (im Extremfall: „mental Herausgeforderte“) bezeichnet werden dürfen, ist ein Erfolg für all diejenigen, die in orwellscher Manier still und heimlich einen Neusprech entwickelt und eingeführt haben, der zunehmend in der linguistischen Mitte unseres Landes angesiedelt ist.

Bis vor kurzem war ich der Ansicht, dass meine eigene Universität, die sich unter Anderem der Sprachwissenschaft verschrieben hat, gegenüber sprachlichem Nonsens gefeit wäre. Aber siehe da, der Zeitgeist macht keinen Halt an den Mauern unseres Gebäudes, welches – oh Ironie – einst als Festung gegen feindliche Heerscharen gedient hatte. Innerhalb der letzten Jahre fand in dieses Mauern eine große Geschlechtsumwandlung statt, zwar ganz ohne Skalpell, aber dennoch mit beachtlichem Ergebnis. Was einst der Student und meinetwegen auch die Studentin war, ist heute der oder die Studierende. Und da wir nach wie vor im Rudel auftreten, sind wir in den allermeisten Fällen die Studierenden.

So weit, so schlecht. Traurig wird die Sachlage, wenn dieser Neusprech bedenkenlos vom Großteil der Studenten-, Verzeihung, der Studierendenschaft übernommen wird. Erschreckend zu sehen, wie sich Kommilitonen beim Ausdruck „wir Studenten“ auf die Zunge beißen und diesen bösen Terminus sofort durch ein „Entschuldigung, ich meine natürlich wir Studierenden“ ersetzen. Hat da jemand Angst, Frauenrechte zu verletzen und vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrecht gezerrt zu werden?

Vielleicht sollte an dieser Stelle zunächst ein wenig linguistische Aufklärung betrieben werden. Aufgrund des sogenannten generischen Maskulinums deckt der Begriff Student auch weibliche Studenten ab, schließlich müssen Genus und Sexus nicht übereinstimmen. Um das zu wissen, braucht es keinen philologischen Doktortitel, dazu reicht in den meisten Fällen Abitur. Die feministische Linguistik jedoch fühlte sich dadurch offenkundig beleidigt und regte die Verwendung der Partizipialform Studierende an. Etymologisch kommt der gute alte Student vom lateinischen studens, das wiederum völlig geschlechtsneutral ist und in dieser Form längst Eingang in die deutsche Sprache gefunden hatte. Faktenwissen scheint jedoch kein Teilbereich der feministischen Linguistik zu sein…

Fahren wir fort mit der linguistischen Betrachtungsweise. Genau genommen ist ein Studierender eine Person, die in diesem Augenblick studiert, so wie ein Lesender eine Person ist, die gerade diesen Artikel liest. Völlig ins Absurde geführt wird das Wort Studierende(r) in Verbindung mit einem anderen Partizip Präsens. Beim Bildungsstreik wird hin und wieder politisch hyperkorrekt von streikenden Studierenden gesprochen. Wie darf ich mir das vorstellen? Kann ich gleichzeitig streiken und studieren? Oder ziehen die Studierenden mit Transparenten in der einen und dem Laptop in der anderen Hand durch die Straßen? Der Schriftsteller Max Goldt hat dieses Beispiel ins Extreme geführt: Sollte einmal ein Massaker an einer Uni stattfinden und es Opfer unter den Studierenden geben, wären das ja sterbende Studierende. Nicht, dass ich mir einen solchen Amoklauf herbeisehne, aber der Anblick einer Person, die in der Sekunde ihres Todes noch studiert, hätte sicherlich etwas Faszinierendes. Oder Unglaubwürdiges…

Wo aber ist der Ausweg aus diesem sprachlichen Scherbenhaufen, den uns der Feminismus hinterlässt? Wie kann man sich gegen die Manipulierenden zur Wehr setzen?

Vielleicht indem man diejenigen, die diesen Neusprech so vehement befürworten und sich dabei besonders intelligent vorkommen, einmal auf ihr Wissen überprüft. Bekanntlich wird an meinem Fachbereich neben allgemeiner Sprachwissenschaft vor allem die Translation gelehrt. Da uns Bologna zu permanenter Evaluierung zwingt, könnte man direkt in der Sphäre der Dozierenden beginnen.
Zur Abwechslung könnte man den folgenden Satz in eine Fremdsprache ihrer Wahl übersetzen lassen: „Die Studenten bewerten ihre Professoren und Dozenten.“ Anschließend lässt man einen angeblich viel gerechteren Satz in die gleiche Sprache übersetzen: „Die Studierenden, also Studenten und Studentinnen, bewerten ihre Professoren und Professorinnen sowie ihre Dozierenden.“ Und nun lasse man sich den Unterschied der beiden Sätze erläutern…

Das Resultat könnte all jenen bei der Unterscheidung zwischen selbständig Denkenden und sprachlich Pfuschenden helfen.

Mittwoch, 25. November 2009

Die französische Militärgeschichte


Das Studium der französischen Kultur bringt hin und wieder auch amüsante Fakten ans Tageslicht. So zum Beispiel die folgende Auflistung aus der französischen Militärgeschichte, die noch einmal alle Sternstunde der Grande Nation beleuchtet:

Gallischer Krieg
Verloren. In einem Krieg, dessen Ausgang die nächsten 2000 Jahre französische Militärgeschichte vorwegnimmt, ist Frankreich auch noch ausgerechnet von einem Italiener erobert worden.

Hundertjähriger Krieg
Größtenteils verloren. Am Ende durch eine schizophrene Frau gerettet, die aus Versehen auch noch die erste Regel der französischen Kriegskunst aufgestellt hat: “Französische Armeen können nur gewinnen, wenn sie von keinem Franzosen geführt werden.”

Italienische Kriege
Verloren. Frankreich wird das erste und einzige Land, das jemals zwei Kriege gegen die Italiener verloren hat.

Dreißigjähriger Krieg
Frankreich ist technisch gesehen gar kein Teilnehmer, schafft es aber trotzdem, dass in Frankreich einmarschiert wird. Beansprucht ein Unentschieden auf der Grundlage, dass schließlich alle anderen Kriegsteilnehmer angefangen haben, es zu ignorieren.

Amerikanische Revolution
Dieser Krieg wird für die Amerikaner ziemlich vertraut. Die Franzosen beanspruchen den Sieg für sich, obwohl die Kolonisten fast alleine gekämpft haben. Dies wird später als das “de-Gaulle-Syndrom” bekannt und führt zur zweiten Regel der französischen Kriegskunst: “Franzosen können nur gewinnen, wenn die Amerikaner den Großteil der Kampfhandlungen übernehmen.”

Französische Revolution
Gewonnen, hauptsächlich deswegen, weil die Gegner auch Franzosen waren.

Napoleonische Kriege
Verloren. Zeitweilige Siege (bitte an die erste Regel erinnern!) auf Grund der Führung durch einen Korsen, der schlussendlich kein Gegner für einen britischen Fußbekleidungshersteller ist.


Erster Weltkrieg
Unentschieden; und auf dem Weg zur Niederlage wird Frankreich von den USA gerettet. Tausende französischer Frauen finden nicht nur heraus, wie es ist, mit einem Gewinner zu schlafen, sondern auch mal mit einem, der sie nicht “Fräulein” nennt.

Zweiter Weltkrieg
Verloren. Eroberte Franzosen mussten von den Amis und Britten befreit werden, gerade als sie das Horst-Wessel-Lied gelernt haben.

Indochina-Krieg
Verloren. Französische Kräfte führen Krankheit an. Man zieht sich zurück ins Bett mit der Dien-Bien-Grippe.

Algerienkrieg
Verloren. Stellt die erste Niederlage einer westlichen Armee gegen einen nicht-türkischen moslemischen Gegner seit den Kreuzzügen dar und ergibt die Erste Regel der moslemischen Kriegführung: “Wir können zumindest immer die Franzosen schlagen.” Diese Regel ist identisch zur Ersten Regel der Italiener, Russen, Deutschen, Engländer, Niederländer, Spanier, Vietnamesen und Eskimos.


Donnerstag, 19. November 2009

Der lange Arm der FIFA


Als Thierry Henry nach dem gestrigen Qualifikationsspiel gegen Irland auf seine Vorbereitung des entscheidenden Treffers angesprochen wurde, antwortete er - in Anlehnung an Maradonna - dass wieder einmal "die Hand Gottes" im Spiel gewesen sei. Für die gesamte grüne Insel war es wohl eher der Teufel in Gestalt der linken Hand Henrys.





Die Entscheidung, das Tor zu geben, ist nicht nur ein Skandal, sondern bestätigt im Nachhinein alle Befürchtungen, dass es von Seiten der FIFA ein Interesse gab, Frankreich auf welche Art auch immer die Fahrkarte nach Südafrika zu sichern. Natürlich bewegt sich im Reich der Spekulationen, wer einen solchen Verdacht äußert. Aus materieller Sicht spricht dennoch einiges dafür. Es ist eben doch ein Unterschied, ob während des Turniers 60 Millionen Franzosen oder nur 5 Millionen Iren vor den TV-Schirmen sitzen. Sponsoren, von denen die WM hauptsächlich finanziert wird, haben ein vitales Interesse daran, ein Land wie Frankreich im Turnier zu sehen, wohingegen Fußball in Irland noch lange nicht Nationalsport ist und insofern kaum Werberelevanz bietet.


Über Nacht hat sich Thierry Henry zum Feind aller irischen Fans gemacht und ist nun Zielscheibe für Spott und Verachtung. Dass Wut auf diese Weise kanalsisiert wird, kann man bedauern, viel mehr sollte jedoch bedauert werden, dass eine solche Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespannes ein Land um seine WM-Hoffnungen gebracht hat und all jenen ein hämisches Grinsen ins Gesicht treibt, für die eine WM ohne Frankreich "undenkbar" war!


Vielleicht sollte Henry auch einfach den folgenden Vorschlag überdenken: